Der unbekannte Erbe

Eine Erbenermittlung wird oftmals dann schwierig, wenn Familienverhältnisse einfach zerrüttet sind. Auch andere Gründe können eine Erbenermittlung als Problem darstellen, wenn zu Lebzeiten kein reger Kontakt mehr vorhanden gewesen ist, die Erbenermittlung ist jedoch dann vergleichsweise einfach, wenn Angehörige oder Ehegatten noch leben bzw. bekannt sind.

Dagegen wird es wieder schwieriger, wenn unerwartete Erben ins Spiel kommen (z.B. uneheliche Geschwister oder verschollene Verwandte). Ist der Verstorbene zu Lebzeiten hingegen vereinsamt und alleine gewesen, und  hat der Verstorbene keine nahen Angehörigen mehr, ist im Rahmen der Erbenermittlung nicht zweifelsfrei auszuschließen, dass irgendwo auf der Welt noch ferne Verwandte nach BGB als Nachlassempfänger in Betracht kämen.

Sollte die Erbenermittlung scheitern, fließt das Erbe in den Staat über. Ganz egal ob das Erbe verschuldet ist oder nicht. Die Bestattungskosten werden in der Regel bei vorhandenem Vermögen in Abzug gebracht. Übersteigt der Nachlass die Kosten der Beerdigung, ist von Amts wegen die Erbenermittlung durchzuführen, stellt sich heraus das keine Erben vorhanden sind, geht das Erbe in den Staat über.

Ist hingegen kein Vermögen vorhanden, werden die Kosten der Bestattung durch die Staatskasse übernommen, die sogenannte Sozialbestattung.

Das Nachlassgericht ist für die Erbenermittlung zuständig, die Ermittlung erfolgt in der Regel durch den zu bestimmenden Nachlasspfleger. 

Ablauf einer Erbenermittlung

Es wird aus unterschiedlichsten Quellen Hinweise auf mögliche Erben durch das zuständige Nachlassgericht bzw. durch den Nachlasspfleger nachgegangen, um einen Stammbaum der Familie des Verstorbenen zu entwickeln. Die Abfrage aus zahlreichen Registern bietet sich hierbei als geeignet an. Die Ehe-, Geburts- und Scheidungsurkunden oder Wohnsitzmeldungen bieten eine gute Basis die Erbenermittlung durchzuführen. Die Mithilfe von Familienmitgliedern, Freunde oder Bekannten ist ebenfalls eine gute Basis auf der Suche von möglichen Erben.

Erben können auch über die Schaltung von Anzeigen in  Zeitungen, oder aber auch auf diversen Plattformen im Internet versucht werden ausfindig zu machen.

Die Kosten werden aus dem Nachlass entnommen.

Es ist an dieser Stelle noch zu erwähnen, das durch das Nachlassgericht festgestellte Erben im Rahmen der Erbenermittlung einen Erbschein zwar beantragen können, jedoch nur auf die Höhe des gesetzlichen Erbteils zugreifen können (teilbaren Nachlassgegenständen). Bei nicht teilbarem Erbe ist der Abschluss der Erbenermittlung abzuwarten. Die Erbenermittlung kann sich über Jahre hinweg hinausschieben, d.h. bei Erfolgslosigkeit darf die Erbenermittlung eingestellt werden. Die Einstellung erfolgt nach Ausschöpfung sämtlicher Möglichkeiten.