Nachlassverwaltung

Der Nachlassverwalter verwaltet den Nachlass, auch hier ist er dazu ermächtigt, den Nachlass zu verwalten und entsprechend zu verteilen. Aber nicht alleinig das zusammenhalten und verteilen hat er zur Aufgabe, vielmehr ist er dafür zuständig, die Erbmasse genau festzustellen. In Form einer Aufstellung wird der Nachlassverwalter anhand einer Liste, wie etwa Immobilien, Hausrat, Finanzen etc. vom Erblasser abbilden, um sich einen genauen Überblick über die zu verteilende Erbmasse zu verschaffen.

Dies ist vorteilhaft, wenn der Erblasser einen gemeinsamen Haushalt führte. Es ist nicht immer leicht, d.h. es gestaltet sich in der Praxis oft als schwierig, eindeutig zu klären was nunmehr in die Erbmasse fällt und was tatsächlich im Eigentum des überlebenden Ehegatten fällt. Gerade hier erscheint es dann als sinnvoll, das durch den Ehegatten ein Nachlassverwalter bestellt wird. Durch die Bestellung des Nachlassverwalters wird sichergestellt, das Besitztümer des überlebenden Ehegatten nicht in den Nachlass einbezogen werden.

Das dann zu erstellende Schuldenverzeichnis gibt einen Überblick darüber, ob noch bestehende Verpflichtungen gegenüber dem Verstorbenen (offene Zahlungen) vorhanden sind, oder umgekehrt, ob noch Verpflichtungen gegenüber Dritten (Verbindlichkeiten) vom Erblasser bestehen.

Die Nachlassverwaltung wird durch das zuständige Nachlassgericht angeordnet. Es kann grundsätzlich jeder Erbe einen Nachlassverwalter beim Nachlassgericht anregen. Darüber hinaus kann auch der sogenannte Nachlassgläubiger einen Nachlassverwalter bzw. dessen Bestellung beim Nachlassgericht anregen, wenn der Erblasser zu Lebzeiten noch Verbindlichkeiten eingegangen ist, womit er auch mit seinem Nachlass entsprechend haftet. Dies können Kaufverträge, Kreditverträge oder noch offene Mietzahlungen sein. Dieser Schritt ist aus Sicht der Erben sinnvoll, denn dadurch werden noch offene Forderungen beglichen, d.h. nicht nur im Interesse der Nachlassgläubiger von Vorteil.

Die Erben werden durch diese Vorgehensweise entlastet, wenn Verbindlichkeiten aus der Erbmasse abgelöst wurden. Denn im Erbrecht gilt die Erbenhaftung, d.h. durch die Annahme des Erbe, übernehmen die erbberechtigten auch bestehende Verbindlichkeiten, die vom Erblasser zu Lebzeiten gemacht wurden. Dazu zählen eben auch Kaufverträge, Kreditverträge etc.  – im Zweifel haften Sie für diese Verbindlichkeiten, sollte die Erbmasse nicht ausreichen – mit dem eigenen Vermögen.

Aufgaben des Nachlassverwalter

  1. Feststellung der Erbmasse des Erblasser
  2. Abtrennung der Erbmasse von dem Vermögen des Ehegatten oder der gemeinsamen Kinder
  3. Feststellung der Schulden und/oder Verbindlichkeiten gegen den Erblasser
  4. Begleichung der Schulden und/oder Verbindlichkeiten aus dem Nachlass des Erblasser
  5. Überschüsse verteilen gemäß der festgestellten Erbfolge

Die Kosten der Nachlassverwaltung werden durch das zuständige Nachlassgericht festgesetzt. Bei geringen Erbmassen wird der bestellte Nachlassverwalter durch die Staatskasse bezahlt.