Privatinsolvenz

Die Privatinsolvenz ist für Betroffene manchmal das letzte Mittel, um die Schulden in den Griff zu bekommen. Verständlicherweise ist die Ausgangslage meistens belastend. Häufig scheuen sich Schuldner deswegen aus Scham und Angst davor, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Davon ist abzuraten, weil das Insolvenzverfahren jeden Bürger treffen kann. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke, wenn Sie sich der Situation stellen. Außerdem bietet es die großartige Chance, in Zukunft ein schuldenfreies Leben zu führen. Um die Belastung aufzufangen, ermöglicht der Gesetzgeber dieses Verfahren.

Die erste Stufe: Der Schuldenbereinigungsplan

Bei der Privatinsolvenz sind verschiedene Stufen voneinander zu unterscheiden. Zunächst wird bei einem Verbraucherinsolvenzverfahren das sogenannte Schuldenbereinigungsverfahren durchgeführt. Bevor der Insolvenzantrag bei Gericht gestellt werden kann, muss der Schuldner den Versuch unternehmen, eine außergerichtliche Einigung mit allen Gläubigern herbeizuführen. Eine professionelle Aufarbeitung kann den entscheidenden Unterschied ausmachen. Immerhin möchten die Gläubiger von dem Plan überzeugt werden, um der außergerichtlichen Schuldenbereinigung zuzustimmen.

Scheitern des außergerichtlichen Schuldenbereinigungsplan –
die Alternative: Insolvenzantrag und der gerichtliche Schuldenbereinigungsplan

Erst wenn der Versuch einer gütlichen Einigung zwischen den Parteien gescheitert ist, kann der Schuldner den Insolvenzantrag beim zuständigen Gericht stellen. Dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird allerdings nur stattgegeben, wenn neben dem Antrag ein gerichtlicher Schuldenbereinigungsplan eingereicht wird. Inhaltlich entspricht er den Anforderungen, die an den außergerichtlichen Plan gestellt werden. Auf Grundlage dieses Plans kommuniziert das Gericht mit den Gläubigern. Eine überzeugende Argumentation kann dazu beitragen, dass sich die Mehrheit der Gläubiger doch noch für die Umsetzung ausspricht. Für die Berechnung der Mehrheitsverhältnisse ist nicht nur die Anzahl aller Gläubiger entscheidend. Vielmehr wird auch die gesamte Forderungssumme berücksichtigt.

Insofern sich keine Mehrheit bildet, wird dieser Verfahrensschritt regelmäßig übersprungen. Das zuständige Insolvenzgericht eröffnet das Verbraucherinsolvenzverfahren.

Forderungsaufstellungen prüfen!

Auf Grundlage der geltend gemachten Forderungen sollte auch anwaltlich geprüft werden, ob der Anspruch überhaupt besteht. Beispielsweise kann es vorkommen, dass ein Gläubiger die Zahlung verlangt, obwohl bereits Verjährung eingetreten ist.

Bedenken Sie, dass schätzungsweise etwa vier Millionen Haushalte von einer Verschuldung betroffen sind. Meine Aufgabe besteht nicht darin, Sie für Ihren finanziellen Zustand verantwortlich zu machen. Vielmehr helfe ich Ihnen aus der unglücklichen Situation.

Ein Neuanfang?

Eröffnung des Insolvenzverfahrens, Treuhänder, Pfändungsfreibetrag, Ablauf

Im Gegensatz zum Regelinsolvenzverfahren ist das Verbraucherinsolvenzverfahren sehr vereinfacht worden. Überschuldete Privatpersonen sollen gerade nicht in einem aufwändigen Verfahren überfordert und zusätzlich belastet werden. Sobald das Insolvenzgericht die Privatinsolvenz eröffnet hat, bestellt es einen Treuhänder. Seine Aufgabe besteht darin, die Insolvenzmasse zu sichten, um sie angemessen zu verwerten. Er hat bei der Verwertung die Pfändungsfreigrenzen zwingend einzuhalten. Allerdings darf er auch auf den pfändbaren Teil zugreifen, den der Schuldner im Laufe des gesamten Verfahrens hinzu bekommt. Das können vor allem erwirtschaftetes Arbeitseinkommen oder eine Erbschaft sein.

Die Wohlverhaltensperiode und die anschließende Restschuldbefreiung

Mit der Entscheidung des Gerichts, das Verfahren zu eröffnen, beginnt zugleich die sogenannte Wohlverhaltensperiode. Insgesamt dauert sie sechs Jahre, und legt dem Schuldner sowohl Rechte als auch Pflichten auf. An diese Pflichten sollte er sich unbedingt halten, um das Ziel der Restschuldbefreiung zu erreichen. Sobald er von den restlichen Schulden befreit worden ist, endet das Verfahren. Dem neuen Lebensabschnitt steht somit nichts mehr im Wege.

Anwaltliche Vertretung, Versagungsgründe der Restschuldbefreiung

Anwaltliche Vertretung ist während des gesamten Privatinsolvenzverfahrens zu empfehlen. Machen Gläubiger im Schlusstermin Versagungsgründe geltend, ist eine zeitnahe und rechtssichere Reaktion wichtig. Andernfalls riskiert der Schuldner die begehrte Restschuldbefreiung. Sollte diese versagt werden ist es ratsam, anwaltliche Beratung in Anspruch zu nehmen, ob überhaupt Versagungsgründe vorliegen.

David Biral Schuldenberatung IHK, Zertifikatslehrgang der Industrie- und Handelskammer, Schuldnerberatung, Dipl.-Rechtswirt (FSH) David Biral, Auf der Halle 40, 75045 Walzbachtal