Testamentsvollstreckung

Der Sinn der Testamentsvollstreckung besteht darin, die Interessen des Erblassers nach dem Tod zu verwirklichen. Der Testamentsvollstrecker soll beispielsweise das Lebenswerk des Erblassers schützen, beispielsweise der Schutz vor der zersetzenden Einwirkung des mühevollen Aufbau seines Unternehmens. Die Testamentsvollstreckung dient andererseits auch zum Schutz der Nachlassbeteiligten, es sollen auch mögliche Konflikte durch den Testamentsvollstrecker geschlichtet werden. Die Testamentsvollstreckung ist für diesen Zweck das bedeutsamste Gestaltungsmittel.

Der Nachlass kann somit durch den eingesetzten Testamentsvollstrecker und seiner Sachkunde wirtschaftlich erhalten werden, und für unerfahrene Erben wird der Vermögenswert somit nachhaltig erhalten.

Ich stehe für den Fall der Nichtannahme durch den ursprünglich vorgesehenen Testamentsvollstrecker sehr gerne für Nachlassgerichte zur Verfügung, gleichwohl wenn der benannte Testamentsvollstrecker ebenso auch nicht mehr zur Verfügung steht. Bei der notariellen Errichtung  eines Testaments stehe ich ebenfalls als Testamentsvollstrecker zur Verfügung.

Befugnisse des Testamentsvollstreckers

Als Testamentsvollstrecker und Vertrauensperson des Erblassers übernehme ich verschiedene Aufgaben. Die Aufgabenbereiche werden vom Erblasser testamentarisch selbst bestimmt und somit festgehalten.

Im Regelfall erfolgt über den Nachlass die Abwicklungsvollstreckung, der Nachlass wird von mir verwaltet, die Verfügungen des Erblassers umgesetzt und das Erbe durch den letzten Willen verteilt.

Im Erbfall steht der Nachlass im Eigentum der Erben, die Verfügungsbefugnisse sind durch Anordnung der Testamentsvollstreckung jedoch beschränkt. Der Nachlass stellt unter meiner Verwaltung ein Sondervermögen da, d.h. über den Nachlass kann grundsätzlich verfügt werden, jedoch bin ich zu einer ordnungsgemäßen Verwaltung gegenüber den Erben verpflichtet.

Die Befugnisse der Abwicklungsvollstreckung können durch den Erblasser im Testament grundsätzlich beschränkt oder erweitert werden.

So kann durch den Erblasser bestimmt werden, das nur mit Zustimmung der Erben, die Veräußerung von Grundbesitz vorgenommen werden darf (Beschränkung). Die dauerhafte Vermögensverwaltung durch den Testamentsvollstrecker, um den Einfluss der Erben entsprechend zu mindern, kann durch den Erblasser ebenfalls bestimmt werden (Erweiterung).

Die Ausgestaltung der Testamentsvollstreckung kann dementsprechend sehr unterschiedlich sein, je nach Vorstellungen und der verschiedenen Interessen des Erblassers. Die Anordnung eines Testamentsvollstreckung erfolgt durch den Erblasser. Der Erblasser muss dies wünschen.

Die Benennung eines Testamentsvollstrecker kann der Erblasser auch einem Dritten überlassen, auch können mehrere Testamentsvollstrecker vom Erblasser berufen werden.

Anspruchsgrundlage für die Vergütung des Testamentsvollstreckers ist § 2221 BGB. Der Testamentsvollstrecker kann demnach eine angemessene Vergütung verlangen. Die Honorierung der Testamentsvollstreckung kann der Erblasser ebenso testamentarisch bestimmen, grundsätzlich hat dies dann Vorrang, ebenso kann die Vergütung mit den Erben vereinbart werden.

In konkreten Gestaltungsfragen empfehle ich Ihnen mein Expertennetzwerk, da hier wie in den meisten erbrechtlichen Fragestellungen, im konkreten Einzelfall die Einbeziehung des Anwalts hilfreich ist.